WhatsApp
WhatsApp: Was bedeuten die neuen Nutzungsbedingungen?

Im Juli gab Mark Zuckerberg bekannt, dass der Messenger-Dienst „WhatsApp“ jeden Monat von einer Milliarde Nutzern verwendet wird. Diese Nutzer verschicken täglich insgesamt etwa 42 Milliarden Nachrichten an Freunde, Bekannte oder Familie, hinzu kommen Fotos, Videos und sonstige Dateien.

Das erfordert natürlich ein gewisses Grundvertrauen in den Dienst. Und obwohl die Datensicherheit in der Vergangenheit mehrfach angezweifelt wurde (man denke beispielsweise an das Jahr, in dem WhatsApp von Facebook aufgekauft wurde), waren die meisten User davon überzeugt, die App bedenkenlos nutzen zu können.

Seit einigen Wochen taucht jedoch in der App ein Fenster auf, das auf neue Nutzungsbedingungen hinweist. Und mit dem Auftauchen dieser Mitteilung kehren die Zweifel zurück.

Was muss man über diese neuen Nutzungsbedingungen wissen? Was hat es mit der Verbindung zu Facebook auf sich? Was sollte man beachten?

Die Vorgeschichte

Wir erinnern uns: Facebook hat den Messenger-Dienst 2014 aufgekauft und damit zunächst einmal eine Welle der Besorgnis ausgelöst. Grund dafür war, dass Facebook bekanntermaßen Informationen über Nutzer sammelt und auswertet. Wie würde das Unternehmen nun mit den Daten der WhatsApp-Nutzer umgehen?

Von der Übernahme merkten die User jedoch zunächst einmal nicht viel, außer dass die zuvor eingeführte Bezahlung abgeschafft wurde und die App nun wieder kostenlos ist. Das ist bei dem sozialen Netzwerk Facebook auch der Fall. Im Gegensatz zu WhatsApp erzielt Facebook aber auch auf vielfältige Weise, zum Beispiel durch Werbeanzeigen, Einnahmen und Gewinne.

Trotzdem hieß es 2014, der Messenger würde auch weiterhin werbefrei bleiben. Facebook und WhatsApp sollten außerdem getrennt voneinander geführt werden.

Die neuen Nutzungsbedingungen lassen jedoch Zweifel an diesen Aussagen aufkommen.

Austausch von Informationen innerhalb der „Facebook-Unternehmensgruppe“

Es sollen nun nämlich doch Daten zwischen Facebook und WhatsApp ausgetauscht werden. Welche das sind, wird jedoch auch auf dem Blog des Messengers nicht genau benannt. Als Beispiele sind hier Informationen wie die Telefonnummer oder die Nutzungszeit angegeben.

Dieser Datenaustausch soll dabei mehreren Zwecken dienen. Ein wichtiger Aspekt ist in dem Zusammenhang die Personalisierung. So soll Facebook nämlich beispielsweise die Möglichkeit haben, auszuwerten, mit welchen Firmen der User bisher in Kontakt stand und dadurch noch mehr personalisierte Werbung schalten können. Außerdem sollen dadurch Kontakte auf Facebook vorgeschlagen werden, die tatsächlich in Verbindung zu dem User stehen.

Auf der WhatsApp-Seite soll eine direkte Kommunikation zwischen Firmen und Kunden im Rahmen des Messengers ermöglicht werden. Gemeint sind damit sowohl Nachrichten mit Werbe-Inhalt, als auch beispielsweise der Austausch von Informationen zu gebuchten Reisen, Zahlungsbelege oder Lieferhinweise.

Werbung in Form von Bannern soll es aber weiterhin nicht geben.

Insgesamt verweist WhatsApp natürlich eher auf die möglichen Nutzen dieser Neuerungen, etwa die Vermeidung von Spam-Nachrichten oder die personalisierte Form der Werberezeption. Kritiker vermuten jedoch, dass WhatsApp nicht nur auf die Telefonnummer und Nutzungszeit, sondern auch auf Informationen aus der Kontaktliste zugreift, um solche Dienste anbieten zu können.

Informationen aus Chats, Fotos und Videos werden nicht geteilt

Chats, Fotos und Videos sollen jedoch auch weiterhin nicht an Facebook weitergegeben werden. Angeblich ist das Mitlesen oder Weitergeben solcher konkreter Informationen durch die Einführung der „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ in diesem Jahr auch gar nicht möglich.

Außerdem werden die geteilten Informationen nicht auf Facebook sichtbar, sondern im Hintergrund verarbeitet.

Den Nutzungsbedingungen (teilweise) widersprechen

Möchte man den Dienst auch weiterhin nutzen, muss den neuen Nutzungsbedingungen zugestimmt werden. Man kann jedoch eine Einschränkung vornehmen und dadurch verhindern, aufgrund dieser Daten personalisierte Werbung zu erhalten.

1. Wenn man den Nutzungsbedingungen noch nicht zugestimmt hat:

  • Sobald sich das Fenster mit dem Hinweis auf Neuerungen öffnet auf „Lies mehr über die wesentlichen Updates […]“ tippen
  • Runterscrollen
  • Häkchen entfernen
  • Erst dann auf „Zustimmen“ tippen/klicken

(genaue Anleitung mit Screenshots auf der WhatsApp- Website)

  1. Wenn man den Nutzungsbedingungen bereits zugestimmt hat:
  • In WhatsApp die Rubrik „Account“ öffnen
  • Bei „Meine Account Info teilen“ das entsprechende Häkchen entfernen

   (auch hierzu gibt es eine Anleitung und Screenshot von WhatsApp)

Aber ACHTUNG: Hierbei gibt man nur an, dass man keine personalisierte Werbung erhalten möchte. Es wird dadurch nicht verhindert, dass Informationen wie die Telefonnummer an Facebook weitergegeben werden.

Außerdem wird nur Usern mit einem bestehenden Konto diese Option angeboten. Wer einen neuen Account anlegen möchte, muss den Bedingungen in vollem Umfang zustimmen.

Wer sich außerdem noch einmal ausführlich über die Neuerungen informieren möchte, kann die Details auch auf dem WhatsApp-Blog nachlesen.

Fazit

Inwiefern man mit den neuen Nutzungsbedingungen einverstanden ist, muss letztendlich jeder User für sich selbst entscheiden. Dabei sollte jedoch auch beachtet werden, dass man WhatsApp (und manchen anderen Apps auch) bereits vor diesen Änderungen den Zugriff auf einige Angaben, etwa die IP-Adresse, gestattet hat. Durch die hohe Zahl an Usern kann die App eine gute Möglichkeit der Kommunikation und Vernetzung darstellen. Wer dennoch Bedenken in Bezug auf die Verwendung seiner Daten hat und den Nutzungsbedingungen auf keinen Fall zustimmen möchte, dem bleibt nur der Umstieg auf einen alternativen Messenger.

Quelle Beitragsbild: © dolgachov – close up of man hands with smartphone at office – https://photodune.net/item/close-up-of-man-hands-with-smartphone-at-office/11710405 – Item-ID: 11710405

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